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ACK

Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Lübeck

Aktuelle Meldungen

Ökumenischer Kreuzweg 2018

Bischöfin Fehrs und Erzbischof Heße tragen das Kreuz aus der Jakobikirche

Das Kreuz wird durch die Stadt getragen

Auf der Burgtorbrücke

Ab der zweiten Station tragen Freiwillige aus der Menge das Kreuz

Vor der Jugendherberge

Auf dem Jerusalemsberg

(31.03.2018) 

Etwa 700 bis 900 Menschen waren am Karfreitag wieder unterwegs auf dem ältesten Kreuzweg Deutschlands. Schweigend oder singend folgten sie dem Kreuz von der Jakobikirche in der Altstadt bis zum etwa 1650 Meter entfernten Jerusalemsberg an der Travemünder Allee.

Unter dem Leitwort “Wofür stehst Du” luden fünf Stationen auf dem Weg ein, das Leiden Jesu in das Hier und Jetzt zu übersetzen. Ein besonderer Blick galt dabei wieder den Lübecker Märtyrern, deren Hinrichtung durch die Nationalsozialisten sich in diesem November zum 75. Male jährt. So forderte die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs die Menschen an der ersten Station auf, wie die Lübecker Märtyrer für die Wahrheit einzustehen, in der realen Welt genauso wie im Internet. “Wir müssen dem Bösen, das so viele verschiedene Gesichter hat, widerstehen. Wir müssen uns gegen jede Lüge mit Wahrhaftigkeit einsetzen, gemeinsam darüber diskutieren. Wir müssen uns fragen: Wofür stehe ich?”.

Der katholische Erzbischof Dr. Stefan Heße ergänzte diesen Gedanken an der letzten Station. Er formulierte die das Leitwort um: „Für wen stehst Du? Denn wir Christen stehen nicht einfach für Positionen, für Haltungen. Sicher auch. Aber wir Christen stehen zu allererst für jemanden. Jeder für sich steht für Jesus Christus. Und weil Jesus Christus für jeden Menschen steht, tun wir das auch. Wer für Jesus steht, der steht für den Menschen, und der steht auf der Seite des Menschen. Auch wenn es unangenehm und schwierig wird, wie manchmal auch in unserer Zeit. Wenn Kinder und Jugendliche auf dem Schulhof gemobbt werden, weil man weiß, dass sie eine religiöse Überzeugung haben. Oder wenn in Frankreich eine Seniorin, eine Jüdin, ermordet wird wegen ihres Glaubens. Die Beispiele lassen sich beliebig vermehren. Wir wollen da stehen, wo Jesus steht: Auf der Seite des Menschen!”

In diesem Sinne forderte der ehemalige schleswig-holsteinische Ministerpräsident Björn Engholm, engagierter evangelischer Christ, die Menschen an seiner Station auf, eine gute Tat pro Woche mehr zu tun. Bei 900 Menschen seien das fast 50.000 gute Taten pro Jahr. Weitere Redner waren Pastor Lutz Jedeck, die Landtags-Vizepräsidentin Kirsten Eickhoff-Weber, die Unternehmerin Belén Diaz-Amodia sowie Propst Christoph Giering und Pröpstin Petra Kallies.

Der Anfang der 1990er Jahre vom katholischen Propst Helmut Siepenkort wiederbelebte Lübecker Kreuzweg geht auf den Lübecker Kaufmann und Ratsherrn Hinrich Constin zurück. Er soll seine Frau geschlagen haben, die aus Gram darüber starb. Um Abbitte zu leisten, reiste er 1468 ins Heilige Land zum Grab Christi. In Jerusalem schritt er die Via Dolorosa ab, den Weg, den der verurteilte Christus mit dem Kreuz gehen musste. Zurückgekehrt verfügte er, dass der Weg in Lübeck nachgebaut werden sollte. In der Altstadt wurden sieben Kreuzwegstationen aufgestellt, von denen nur die erste und die letzte noch existieren. Die übrigen wurden im Laufe der Zeit entfernt, als der Kreuzweg nach der Reformation in Vergessenheit geriet.

Quelle: www.ack-luebeck.de