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Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Lübeck

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Wort zum Osterfest

Kälte, Finsternis und der leuchtende Sonnenaufgang

(21.04.2019) 

Kälte, Finsternis und der leuchtende Sonnenaufgang


Spät liegt das Osterfest in diesem Jahr. Der halbe April ist vergangen. Magnolien, Kirsch- und Mandelbäume haben schon vorab ihre Blüte erreicht. Dennoch wird es genug Blütenpracht geben. Weil der Ferienkalender das Fest ans Ende der schulfreien Zeit gelegt hat, verreisen sicher viele, um anderswo zu feiern. Aber es kommen auch Gäste, Urlauber und „Heimkehrer“ zu uns an die See und in die Stadt. Und alle freuen sich auf ein Osterfest in milder, sonniger Wärme.

Im biblischen Bericht vom Sterben und Auferstehen Jesu Christi gibt es nur recht wenige Angaben zum Wetter: Nachts ist es kalt, berichtet das Markusevangelium. Darum wärmt sich Simon Petrus in der Nacht im Hof vor dem Palast des Hohenpriesters am Feuer. Über einstimmend berichten die drei „synoptischen“ Evangelien, dass am Karfreitag-Mittag bis zur Todesstunde Jesu eine große, dreistündige Finsternis über dem Land lag. Schließlich ist es noch einmal das Markusevangelium, das den Sonnenaufgang erwähnt, als die trauernden Frauen am Ostermorgen zum Grabe kommen, in der Absicht, Jesu Leichnam zu salben. Dafür kommen sie vergeblich, doch erfahren sie Unglaubliches. Auch Wetter und Natur tragen etwas bei zu den Osterberichten.

In diesen Tagen begehen wir es wieder, das größte Fest der Christenheit. Vom Gründonnerstag-Abend bis zum Ostersonntag bedenken und feiern wir das damalige Geschehen, als Jesus von Nazareth in Jerusalem den Tod am Kreuz starb. Im Abendmahl am Gründonnerstag hat er selber seinen Tod vorher mit den Zeichen von Brot und Wein als liebende Hingabe gedeutet - für die Jünger und für die vielen Menschen. Seine Überzeugung war nicht korrumpierbar. Bis zum letzten Moment des Karfreitags blieb er bezogen auf Gottes höhere, himmlische Gerechtigkeit. So starb er als Blutzeuge, Gott aber bestätigte den Glauben Jesu, denn als die Frauen früh am ersten Tag der Woche kamen, fanden sie das Grab leer. Da begann mit dem Lauf der Sonne auch der Lauf der unbesiegbaren Osterbotschaft in alle Welt: Gott hat den Gekreuzigten vom Tode auferweckt.

Schön, dass die Sonne uns auch dieses Jahr den Ostermorgen erleuchtet hat. Doch auch, wenn es wie im letzten Jahr geschneit hätte: In unseren Herzen kann neu die Gewissheit des Glaubens aufgehen: Christus hat den Tod überwunden. Er ist wahrhaft auferstanden! Er ruft auch uns ins Leben der Auferstehung.

Propst Christoph Giering

Quelle: www.ack-luebeck.de